Kur- und Erholungsorte

Die Anerkennung von Gemeinden als Kur- bzw Erholungort ist in Mecklenburg-Vorpommern durch das Gesetz über die Anerkennung als Kur- und Erholungsort (Kurortgesetz) geregelt.

Demnach müssen Kurorte über natürliche, wissenschaftlich anerkannte und durch Erfahrung bewährte Heilmittel des Bodens, des Meeres oder des Klimas oder über wissenschaftlich anerkannte hydrotherapeutische Heilverfahren, über artgemäße Einrichtungen für Kuren zur Vorbeugung gegen Krankheiten und zu deren Heilung und Linderung, sowie über einen der Artbezeichnung entsprechenden Kurortcharakter verfügen. Weiterhin müssen artgemäße Einrichtungen zur sportlichen Betätigung sowie zur Unterhaltung und Betreuung der Kurgäste, insbesondere leistungsfähige Beherbergungsbetriebe vorhanden sein. Belastungen des Bodens oder des Wassers durch Schadstoffe, der Luft durch gas- oder partikelförmige Beimengungen sowie die Lärmimmission dürfen die Möglichkeiten der Vorbeugung gegen Krankheiten und deren Heilung oder Linderung nicht beeinträchtigen.

Der Kurort mit seinen Einrichtungen ist in hygienisch einwandfreiem Zustand zu führen. Das betrifft insbesondere

  • die Trinkwasserversorgung und die Abfall- und Abwasserentsorgung,
  • die Lebensmittelversorgung sowie die Überwachung der Einrichtungen und des Personals der Lebensmittelbetriebe,
  • die öffentlichen Toiletten, die in ausreichender Zahl vorhanden sein müssen.

Es muss sichergestellt sein, dass auch in Gaststätten eine kurgemäße Verpflegung angeboten wird. In Gaststätten sind Nichtraucherbereiche vorzuhalten.
Einrichtungen für Kurgäste sowie Gaststätten und Beherbergungsbetriebe sollen die besonderen Belange von Behinderten, alten Menschen, Kindern und Familien angemessen berücksichtigen; andere öffentlich-rechtliche Vorschriften, insbesondere des Baurechts, über Maßnahmen für besondere Personengruppen bleiben unberührt.
Es ist eine zentrale Auskunftsstelle zu betreiben, in der sich die Kurgäste über Unterkunftsmöglichkeiten, Einrichtungen und Veranstaltungen im Kurort unterrichten können.

Bei Kurorten müssen die genannten Hauptheilanzeigen und Gegenanzeigen wissenschaftlich anerkannt und langjährig und umfassend ärztlich erprobt und auf übliche Art und Weise bekannt gegeben sein. Ausnahmen sind hier Seebäder und Luftkurorte.
Eine Anerkennung als Erholungsort setzt voraus

  • eine landschaftlich bevorzugte und klimatisch günstige Lage mit lufthygienischen Verhältnissen, die die Erholung unterstützen,
  • einen entsprechenden Ortscharakter sowie die Erhaltung der landschaftlichen Strukturen unter Berücksichtigung des Natur- und Umweltschutzes,
  • für die Erholung geeignete Einrichtungen sowie Lese- und Aufenthaltsräume,
  • Radwege, erschlossenes Wanderwegenetz, Möglichkeiten für Sport und Spiel,
  • Bademöglichkeit; diese muss bewacht sein, wenn die Lage an einem Badegewässer kennzeichnend für den Erholungsort ist.

Weiterhin gelten alle Anforderungen, die auch an Kurorte gestellt werden, ohne Einbeziehung der kurrelevanten Punkte.

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